Blanka Radoczy Regie Bühne

TEOREMA

nach Motiven von Pier Paolo Pasolinis gleichnamiger Erzählung

Theaterakademie August Everding 2016

 

Einladung zu "Körber Studio Junge Regie 2017"

Nennunng als beste Nachwuchsregisseurin, Theater Heute

 

Regie und Bühne: Blanka Rádóczy

Kostüme: Andrea Simeon

Komposition: Patrick Schäfer

Dramaturgie: Anna Gojer

Video: Nicole Wytyczak

Maske: Diego Rojas

 

Mit Marina Blanke, Anton Figl, Leon Haller, Hannes Köpke, Natalina Muggli,

Maria Magdalena Rabl

 

Ein mysteriöser junger Fremder dringt in den Alltag einer wohlhabenden Familie ein und stiftet Verwirrung. Alle Familienmitglieder sowie das Dienstmädchen erliegen nach und nach der sinnlichen Faszination, die von dem göttlich anmutenden Gast ausgeht. Er bringt die Personen mit ihren verborgenen Sehnsüchten und Abgründen in Berührung. Nach seiner Abreise hinterlässt er seelisches Chaos und eine irritierende Leere,

welche die Zurückgelassenen nicht zu kompensieren vermögen. Blanka Rádóczy untersucht anhand von Pasolinis Erzählung Teorema den Einbruch des Authentischen in eine Gesellschaft, die den Sinn dafür längst verloren hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schweigend kommen sie herein, schweigend setzen sich die Eltern, die Kinder und das Hausmädchen puppenhaft steif an den Esstisch. Schon in Pasolinis Verfilmung seines Romans "Teorema" wird wenig gesprochen, in Blanka Rádóczys Inszenierung verstummen die Menschen völlig. Ihr gemeinsames Leben ist ein Ballett vorgezeichneter Bewegungen. (...)

Mit einem punktgenau agierenden Ensemble gelingt ihr ein an schönen Details reiches Theater aus Blicken, Gesten und Musik. Rádóczy versteht es fabelhaft, ohne Worte Geschichten zu erzählen und Szenen atmosphärisch aufzuladen. Neben den sterilen von weißen Vorhängen begrenzten Wohnräumen wachsen Grasbüschel, deren Schatten, wenn das Licht erlischt, auf den Vorhängen zu bedrohlich sirrenden Klängen flackern.(...)"

Süddeutsche Zeitung

 

"(...) Blanka Rádóczys Adaption des Pasolini-Films «Teorema» von 1968, der vom Einbruch des Fremden erzählt – allerdings nicht vom Fremden als gefürchteter, auszusondernder Bedrohung, sondern als unwiderstehliche Verführung, der eine ganze Familie anheim fällt. Die junge Regisseurin der Münchner Theaterakademie August Everding (...) hat daraus zwischen Vorhängen, die sorgfältigst auf- und zugezogen werden, ein fast komplett stummes Spiel der Blicke und der Körper gemacht: Hier gibt es so viel zu verbergen, dass man am besten gleich den Mund hält.

Ein fremder junger Mann bricht ein in die Rou­tinen der Familie und bringt sie aus dem Tritt – in Pasolinis Film von 1968 allerdings gründlicher als 50 Jahre später in der Jetztzeit, die im Loop der Alltäglichkeiten nach kurzer erotischer Irritation nur das Back to normal zulässt: zurück an den Esstisch und zum Frühstücksei, immerhin jetzt im farbenfrohen Kimono. Melodisch klimpernd liefert das Radio den Sound zur bürger­lichen Spießerhölle, die Blanka R. in präzisem Timing ins Unheimliche der sublimierten Triebabfuhr choreografiert hat. "

Theater heute

 

Alle Bilder © Regine Heiland